An Deutschlands Jugend by Walther Rathenau

(3 User reviews)   2269
By Charlotte Girard Posted on Dec 26, 2025
In Category - Philosophy
Rathenau, Walther, 1867-1922 Rathenau, Walther, 1867-1922
German
Ever wonder what a brilliant mind on the brink of a world war thought about the future? 'An Deutschlands Jugend' isn't a novel—it's a direct, urgent call from Walther Rathenau, a German industrialist and future foreign minister, to the young people of his nation in 1918. It's like finding a time capsule letter, written just before everything changed. The mystery isn't about a crime, but about a man trying to steer his country away from disaster, speaking directly to the next generation about responsibility, culture, and the soul of a nation. It’s a short, powerful read that feels shockingly personal for a historical document.
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Tränenschleier des Krieges nach dem entsinkenden Reiche der Gewesenheit. Unbewußter, zweifelfreier waren die, die vor weniger als hundert Jahren durch den Nebel der Weltkriege das rosenfarbene Jahrhundert verschwimmen sahen. Die Revolution hatte ihnen eine brauntuchene bürgerliche Sicherheit gegeben, der Krieg hatte mehr geschlichtet als genommen, sie fühlten beschäftigt das Nahen von Wissenschaft, Technik und Kapital und konnten sich dem überlassen, was sie Restauration nannten, und was der häßlichste Nutzbau der übervölkerten, mechanisierungsdurstigen Welt war. Der Bau wuchs; in den höchsten, luftigsten und frechsten Geschossen des Himmelskratzers sind wir geboren und haben wir gelebt; jetzt bricht er nieder, aus Mangel an Gerechtigkeit und organischer Kunst, die man verschmäht hatte, hineinzubauen. Er hatte kein Fundament, stand auf dem Schuttplatz der französischen Revolution, die Raum geschaffen hatte, aber keinen Baugrund. Bis in seine höchsten Zinnen, die Nationalismus und Imperialismus hießen, trug er keine Idee in sich, nur ein empirisches Gleichgewicht der Kräfte; alles was Idee hieß, rankte sich äußerlich empor und zermürbte seine Wände. Keine neue Revolution kann uns die Arbeit erleichtern, denn die Zerstörung ist da, wir brauchen sie nicht zu rufen. Was gefordert wird, ist Arbeit, langsamer, heiliger Neubau, Dombau. Aus tiefen, geheiligten Herzen und neuem Geist. Nicht aus der Frechheit, die sagt: Laßt mich nur, ich bin schlau und vernünftig, ich will einmal versuchen. Nicht aus satter Interessiertheit, die sagt: Wir werden alles reparieren. Nicht aus Stumpfheit und bürgerlicher Blöde, die sagt: Kommt Zeit, kommt Rat. Die Schicksalsstunde webt nicht über Schlachten und Konferenzen, Brand und Löschung, sondern über der Bauhütte, über ihren Meistern und Gesellen, dem Geheimnis ihres Grund- und Aufrisses und dem Geist ihrer Gemeinschaft. Der entscheidet die Jahrhunderte, deshalb haben wir vom Geist zu reden. Mit euch, Deutschlands Jugend, will ich reden. Den Genossen meines Alters habe ich nicht mehr viel zu sagen. Mein Herz habe ich vor ihnen ausgeschüttet, mein Glauben und Schauen, Vertrauen und Sorgen ihnen vor die Seele gehalten. Viele haben meine Schriften gelesen, die Gelehrten, um sie zu belächeln, die Praktiker, um sie zu verspotten, die Interessenten, um sich zu entrüsten und sich ihrer eigenen Güte und Tugend zu erfreuen. Wenn warme Stimmen zu mir drangen, so kamen sie von Einsamen, von Jungen, und von denen, die nicht altern und nicht sterben. Von den Alten habe ich nichts gewollt als Mitdenken und Mitsorgen, Prüfung, Besinnung. Nichts anderes will ich von euch. Prüft meine Worte an euren Gedanken, in euren Herzen; seid auf eurer Hut, verwerft, was euch nicht innerlich ergreift, die verbohrte Meinung, den bestechenden Einfall. Nicht ein Führer unter euch vermesse ich mich zu sein, nicht ein Berater, ich will mit euch erörtern und erwägen. Auch huldige ich euch nicht; ihr seid ein neues Geschlecht, kein anderes Volk als eure Väter, ihr seid ihnen ähnlicher, als ihr meint. Ihr seid eine Hoffnung; auch wir sind eine Hoffnung gewesen und keine Erfüllung geworden, obgleich es manche unter uns gab, die den Weg sahen und wiesen. Ich huldige auch dafür euch nicht, daß ihr in den Krieg geboren und gewachsen seid. Den Krieg haben unsere Väter verschuldet, also haben wir ihn verschuldet; den Krieg haben wir verschuldet, also habt ihr ihn verschuldet. Derer, die getötet worden sind und getötet werden sollen, gedenkt mein Herz in jeder seiner Nächte, und am heißesten umfaßt es die, denen es schwer wird, und die sich fürchten. Jeder, der mit seiner Seele in den Krieg verstrickt ist, alt oder jung, fürchtet sich und zittert, und weint Tränen, die nach innen fließen und das Herz verbrennen. Auch dafür nicht, daß ihr ungebrochen und stark, voll Anspruch und ohne Zweifel seid, huldige ich euch. In zwanzig Jahren sind eure Verwegensten alt,...

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This isn't a book with a plot in the traditional sense. Instead, think of it as a passionate speech frozen in time. Written in the final, chaotic year of World War I, Rathenau addresses Germany's youth directly. He lays out his worries about the path the country is on—obsessed with materialism and military power—and makes a bold case for a different future. He argues that true strength comes from spiritual and cultural depth, not just factories and armies. It's a plea for the young to build a Germany rooted in higher ideals.

Why You Should Read It

Reading this feels like eavesdropping on a critical moment in history. Rathenau's voice is intense and full of conviction. You can feel his desperation and his hope colliding on the page. What got me was how some of his warnings about putting profit over people and losing a sense of shared purpose feel weirdly familiar today. It’s a stark reminder that the big questions about what makes a good society are never really new.

Final Verdict

Perfect for anyone curious about history beyond dates and battles—this is about the ideas that fuel nations. If you like primary sources that let you inside someone's head, or if you're interested in the political and moral debates that shaped the 20th century, this is a fascinating, quick read. It's not a light novel, but it’s a powerful and thought-provoking piece that packs a real punch for its size.



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Logan Perez
1 year ago

Without a doubt, the flow of the text seems very fluid. Exactly what I needed.

David White
9 months ago

Good quality content.

Liam Torres
11 months ago

Simply put, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Exactly what I needed.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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